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BHKW Funktionsweise: So funktioniert ein Blockheizkraftwerk einfach erklärt

Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen durch BHKW Funktionsweise: KI-generierte Abbildung eines Wohnraums mit Lampe und Heizung Bild generiert mit DALL·E, einer KI von OpenAI.

Was ist eigentlich ein Blockheizkraftwerk oder kurz BHKW? Wenn du dich mit dem Thema Heizsysteme befasst, bist du vielleicht schon einmal über diesen Begriff gestolpert. Spoiler: Mit einem BHKW erzeugst du nicht nur Wärme, sondern gleichzeitig auch Strom. Wie das genau funktioniert und was weitere Vor- aber auch Nachteile sind, erfährst du jetzt!

Blockheizkraftwerk Überblick: Vor- und Nachteile

Überblick gefällig? Die folgende Tabelle zeigt dir die Vor- und Nachteile eines Blockheizkraftwerkes, bevor wir uns anschließend die BHKW Funktionsweise anschauen:

Vorteile der BHKW FunktionsweiseNachteile der BHKW Funktionsweise
Gleichzeitige Erzeugung von Wärme und StromHohe Anschaffungskosten
Hoher Gesamtwirkungsgrad (bis zu 90 %)Komplexe Planung und Installation erforderlich
Möglichkeit, überschüssigen Strom gegen eine Einspeisevergütung ins Stromnetz einzuspeisenRegelmäßige Wartung notwendig
Flexibler Einsatz verschiedener Brennstoffe, auch erneuerbare EnergienNicht für alle Gebäudetypen geeignet
Reduzierter CO2-Ausstoß im Vergleich zur getrennten ErzeugungAbhängigkeit von Brennstoffpreisen
Staatliche Förderungen verfügbar (KWK-Zuschlag durch das BAFA)Mögliche Lärmbelästigung durch den Motor
Unabhängigkeit von externen StromversorgernHohe Stromproduktion kann bei geringem Bedarf ineffizient sein
Beitrag zur dezentralen Energieversorgung
Möglichkeit der strom- oder wärmegeführten Betriebsweise
Amortisationszeit von bis zu 10 Jahren (je nach Anlage können sich moderne BHKWs oftmals aber schon nach 3 bis 5 Jahren amortisieren)

Funktionsweise eines BHKW: Wie ein Blockheizkraftwerk funktioniert

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage zur gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom. Diese Technologie funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Was das genau bedeutet, schauen wir uns jetzt an.

Aufbau und Funktionsweise eines BHKW

Blockheizkraftwerke, kurz BHKWs genannt, bestehen aus 3 Hauptkomponenten:

  • Verbrennungsmotor
  • Generator
  • Wärmetauscher

Der Verbrennungsmotor bildet das Herzstück des BHKW. Er verbrennt einen Brennstoff, typischerweise Erdgas, Biogas oder Heizöl, um mechanische Energie zu erzeugen. Diese treibt den Generator an, der sie in elektrische Energie umwandelt.

Schematische Darstellung BHKW Funktionsweise
Schematische Darstellung BHKW Funktionsweise. | Grafik: Haspa Insider

Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird nicht einfach in die Umgebung abgegeben, sondern effizient genutzt. Hier kommt das KWK-Prinzip zum Tragen:

  1. Die Abwärme des Motors wird über Wärmetauscher aufgefangen.
  2. Die thermische Energie wird für Heizzwecke oder zur Warmwasserbereitung genutzt.

Durch diese gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme erreichen BHKWs einen bemerkenswert hohen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 90 %.

Vergleich: Konventionelles Kraftwerk vs. BHKW Funktionsweise

AspektKonventionelles KraftwerkBHKW
StromerzeugungJaJa
WärmenutzungNein (Abwärme ungenutzt)Ja
GesamtwirkungsgradEtwa 30 – 50 %Bis zu 90 %
StandortZentralDezentral

Daraus ergeben sich folgende Vorteile von Blockheizkraftwerken

  • Hohe Effizienz

    Durch die Nutzung der Abwärme wird der Brennstoff optimal ausgenutzt.

  • Umweltfreundlicher

    Geringerer CO2-Ausstoß im Vergleich zur getrennten Erzeugung von Strom und Wärme.

  • Mehr Flexibilität

    BHKWs können je nach Bedarf strom- oder wärmegeführt betrieben werden.

Blockheizkraftwerke sind somit vielseitige Anlagen, die in verschiedenen Größen und für unterschiedliche Anwendungen verfügbar sind. Vom kleinen Mini-BHKW für Einfamilienhäuser bis hin zu großen Anlagen für Industriebetriebe – diese Technologie kann eine effiziente Lösung für die dezentrale Energieversorgung darstellen.

Zentrale vs. dezentrale Wärmeversorgung

Der Hauptunterschied zwischen zentraler und dezentraler Energieversorgung lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Schematische Darstellung konventionelle Kraftwerke (zentral)

Zentrale Energieversorgung:

  • Energie wird an wenigen großen Standorten (z. B. Großkraftwerke) erzeugt
  • Strom wird über weite Strecken durch Übertragungsnetze transportiert
  • Versorgung erfolgt von zentralen Punkten aus für große Gebiete
Schematische Darstellung KWK (dezentral): BHKW Funktionsweise

Dezentrale Energieversorgung:

  • Energie wird an vielen kleineren, verteilten Standorten erzeugt (z. B. Solaranlagen auf Hausdächern, Windparks)
  • Strom wird meist in der Nähe des Erzeugungsortes verbraucht
  • Versorgung erfolgt lokal oder regional durch viele kleinere Anlagen

Strom und Wärme – Effizienz im Überblick: Wirkungsgrad von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

Ein BHKW ist eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. KWK-Anlagen zeichnen sich durch ihren hohen Wirkungsgrad aus, der sie zu einer besonders effizienten und umweltschonenden Technologie macht. Der Gesamtwirkungsgrad einer KWK-Anlage kann bis zu 90 % erreichen, was deutlich über dem von konventionellen Kraftwerken liegt.

Vorteile des hohen Wirkungsgrads:

  • Effiziente Ressourcennutzung

    Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet, dass ein Großteil der eingesetzten Primärenergie in nutzbare Energie umgewandelt wird.

  • Reduzierter Brennstoffverbrauch

    Weniger Brennstoff wird benötigt, um die gleiche Menge an Energie zu erzeugen.

  • Geringere Emissionen

    Durch den effizienteren Einsatz von Brennstoffen werden in der Regel auch weniger Treibhausgase freigesetzt.

Der hohe Wirkungsgrad von KWK-Anlagen kommt durch die gleichzeitige Stromerzeugung und Wärmenutzung zustande. Während bei der reinen Stromerzeugung in konventionellen Kraftwerken ein Großteil der Energie als Abwärme verloren geht, wird diese in KWK-Anlagen genutzt.

Der erzeugte Strom kann entweder direkt vor Ort genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Wärme wird für Heizzwecke sowie die Warmwasserbereitung genutzt.

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Good to know: Wirtschaftlichkeit eines BHKW

Blockheizkraftwerke haben sich in ihrer Rolle als Stromerzeuger im Energiemix über die Jahre gewandelt. Während ältere Anlagen oft auf längere Laufzeiten ausgelegt waren, können moderne BHKWs oftmals flexibler eingesetzt werden und so potenziell eine ergänzende Rolle im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien übernehmen. Denn sie haben die Fähigkeit, Strom zu produzieren, wenn andere Quellen wie Sonne und Wind nicht ausreichend liefern, was zur Netzstabilität beitragen kann.

Trotz der Tendenz zu kürzeren Laufzeiten – von früher oft angestrebten 4.000 bis 6.000 Stunden pro Jahr auf heute teilweise 1.500 bis 3.000 Stunden – kann die Wirtschaftlichkeit in vielen Fällen erhalten bleiben. Diese kürzeren Laufzeiten führen jedoch oftmals zu einem häufigeren Takten der Anlagen, was den Verschleiß erhöhen kann. Dennoch bleibt der erzeugte Strom in Zeiten geringer Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oft wertvoller, was die Rentabilität unterstützen kann.

Letztendlich hängt die tatsächliche Rentabilität von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der spezifischen Anlagenkonfiguration, des Energiemarktes und der regulatorischen Rahmenbedingungen.

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Exkurs: Energiewende & die Rolle des BHKW

Bei der Energiewende handelt es sich um einen umfassenden Transformationsprozess des Energiesystems. Ziel ist es, die Energieversorgung von fossilen und nuklearen Quellen auf erneuerbare Energien umzustellen und dabei die Energieeffizienz zu steigern, um eine nachhaltige und klimafreundliche Zukunft zu gestalten.

Blockheizkraftwerke können hier durchaus eine wichtige Rolle spielen:

  • Effiziente Nutzung von Primärenergie: BHKWs erreichen einen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 90 %, was den Verbrauch fossiler Brennstoffe reduzieren kann.
  • Flexibilität: Sie können mit erneuerbaren Energien wie Biogas betrieben werden, was den Übergang zu nachhaltigen Energiequellen unterstützt.
  • Dezentrale Energieversorgung: BHKWs tragen zur Entlastung des Stromnetzes bei und können so die Versorgungssicherheit erhöhen.
  • Staatliche Förderung möglich: Die Bundesregierung unterstützt den Einsatz von BHKWs, beispielsweise durch den KWK-Zuschlag durch das BAFA.

BHKWs können eine wichtige Rolle bei der Deckung von Residuallasten im Stromnetz spielen. Sie erzeugen nicht nur zusätzlichen Strom, sondern haben das Potenzial, gezielt Energie zu liefern, wenn sie am dringendsten benötigt wird. Damit können sie ein wichtiger Baustein in einem zunehmend von erneuerbaren Energien geprägten Stromsystem sein.

Fazit BHKW Funktionsweise im Einsatz: Wann lohnt sich der Betrieb eines Blockheizkraftwerks?

Blockheizkraftwerke sind eine effiziente Technologie zur gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom. Die Entscheidung für ein BHKW hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, die sich in den letzten Jahren etwas verändert haben:

  1. Gebäudegröße und Anlagentyp: Moderne BHKWs sind durchaus flexibler geworden. Während sie traditionell für größere Gebäude empfohlen wurden, gibt es inzwischen auch Nano- und Mikro-BHKWs, die für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Niedrigenergiehäuser geeignet sein können. Die Anlagengröße sollte dem spezifischen Energiebedarf in jedem Fall angepasst werden.
  2. Nutzungsdauer: Die ideale jährliche Betriebszeit hat sich ebenfalls verändert. Früher galten 4.000 bis 6.000 Stunden als optimal, heute können BHKWs auch bei kürzeren Laufzeiten von 1.500 bis 3.000 Stunden wirtschaftlich sein. Dies hängt mit ihrer Rolle als flexible Ergänzung zu erneuerbaren Energien zusammen.
  3. Energiebedarf und -nutzung: Ein BHKW ist am effizientesten, wenn sowohl die erzeugte Wärme als auch der Strom vor Ort genutzt werden können. Überschüssiger Strom kann ins Netz eingespeist werden.
  4. Anschaffungskosten und Amortisation: Die Investition in ein BHKW kann mit bis zu 30.000 € durchaus beträchtlich ausfallen. Die Amortisationszeit kann je nach Anlagengröße und Nutzung zwischen 3 und 10 Jahren liegen, wobei moderne Anlagen oft am unteren Ende dieser Spanne liegen.
  5. Energiepreise: Steigende Strom- und Gaspreise können die Wirtschaftlichkeit eines BHKW verbessern, da es unabhängiger von externen Versorgern macht.
  6. Flexibilität und Netzstabilität: Moderne BHKWs fungieren zunehmend als Partner der erneuerbaren Energien. In Zeiten, in denen erneuerbare Quellen ausreichend oder überschüssig Strom produzieren, können BHKWs zurückgefahren werden. Sie kommen verstärkt zum Einsatz, wenn Sonne und Wind nicht genügend Energie liefern. Diese Fähigkeit zur bedarfsgerechten Stromerzeugung macht sie zu einem wichtigen Instrument für die Netzstabilität.

Zusammenfassend lässt sich sagen: BHKWs sind nicht mehr nur auf große Gebäude beschränkt. Sie können in verschiedenen Gebäudegrößen eingesetzt werden, von Einfamilienhäusern bis hin zu größeren Wohnkomplexen oder gewerblichen Objekten. Der Schlüssel liegt in der richtigen Dimensionierung und dem effizienten Betrieb im Kontext des sich wandelnden Energiemarktes.

Vor der Anschaffung eines BHKWs ist eine gründliche Analyse des individuellen Energiebedarfs, der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der spezifischen Einsatzmöglichkeiten unerlässlich. Dabei sollten auch alternative Lösungen wie Wärmepumpen in Betracht gezogen werden, um die optimale Energielösung für das jeweilige Objekt zu finden.

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FAQ BHKW Funktionsweise

Wie funktioniert ein Blockheizkraftwerk (BHKW)?

Ein BHKW funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Es erzeugt gleichzeitig Strom und Nutzwärme, wobei die Abwärme bei der Stromerzeugung für Heizung und Warmwasser genutzt werden kann. Diese gekoppelte Energieproduktion macht es effizienter als herkömmliche Systeme zur getrennten Gewinnung von Wärme und Strom.

Welche Brennstoffe nutzt ein BHKW?

Ein BHKW nutzt typischerweise Gas und Öl als Brennstoffe. Es gibt aber auch umweltschonende Varianten, die mit Biogas oder anderen erneuerbaren Energieträgern betrieben werden können.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad eines BHKW?

Der Gesamtwirkungsgrad eines BHKW liegt bei bis zu 90 %. Dies bedeutet, dass 90 % der eingesetzten Energie in nutzbare Wärme und Strom umgewandelt werden, was zu hohen Einsparungen im Vergleich zur getrennten Erzeugung führen kann.

Was passiert mit überschüssigem Strom aus einem BHKW?

Wird mehr Strom erzeugt als im Gebäude benötigt, kann dieser ins Stromnetz eingespeist werden. Dafür erhältst du in der Regel auch eine Vergütung (Einspeisevergütung), was die Wirtschaftlichkeit des BHKW zusätzlich verbessern kann.

Eignet sich ein BHKW im Einfamilienhaus?

Ein BHKW im Einfamilienhaus ist meist überdimensioniert, da der Wärmebedarf zu gering ist. Mini-BHKW mit einer Leistung von wenigen kW können jedoch in größeren Einfamilienhäusern mit hohem Energiebedarf sinnvoll sein. Hier ist eine individuelle Betrachtung im Vorfeld empfehlenswert.

Was bedeutet „stromgeführt“ bei einem BHKW?

Ein stromgeführtes BHKW orientiert seinen Betrieb am Strombedarf des Gebäudes. Es läuft vorrangig, um Strom zu erzeugen, wobei die entstehende Wärme als Nebenprodukt genutzt wird. Dies ist besonders in Gebäuden mit hohem Stromverbrauch und einem separaten Heizsystem zur Abdeckung von Spitzenlasten sinnvoll.